Ischgl, Mogasi
© Nicolai Dan Jørgensen

Das Motto „Relax. If you can“ für Ischgl könnte treffender nicht sein. Obwohl der Spruch benutzt wird, um Gäste aus nah und fern nach Ischgl zu lotsen, sind diese eigentlich die einzigen, die hier entspannen könnten. Ischgl ist ein Dorf der Superlative. Top Skigebiet. Aprés Ski und Party Hochburg. Ibiza der Alpen. Tourismusmaschine. Top Konzerte. Höchste 4* Hotel Dichte. 16 Gault Millau Hauben. Alpen-Metropole.
1600 Einwohner verwalten über 10 000 Gästebetten. Ein Verhältnis, das seinesgleichen sucht. Dahinter steckt viel Arbeit, entspannen ist für die Ischgler daher nur selten Vokabular.

War die Gemeinde in den 1960er Jahren noch eine der Ärmsten in Österreich, ist sie heute weltbekannt. Der Dank dafür gebührt den Pionieren, wenigen externen Investoren aber vorsätzlich der Ischgler Bevölkerung. War früher aufgrund des kargen Hochtales wenig Zeit zur Entspannung, ist es heute aufgrund der vielen Gäste. Fünf Monate des Jahres steht die Gemeinde unter Strom. Am Stammtisch sind daher Tourismusthemen ganz alltäglich, neben der Jagd und der Landwirtschaft.

Vorhandenes Dorfleben

Und reden kann man mit jedem, denn im Großen und Ganzen arbeitet Ischgl seit jeher zusammen, um unseren Gästen einen erholsamen und abwechslungsreichen Urlaub zu bieten. Das zeigt sich nicht nur im Tourismus, der Land- und Forstwirtschaft, sondern auch bei den unzähligen Vereinen und Organisationen. So gibt es über 200 aktive Feuerwehrmänner, die größte Musikkapelle in Tirol, aber auch Schützen, Rettung, Bergrettung, Krampus, Fußballverein, Tennisklub, Schiclub, Landjugenden, Chöre, Theaterverein, Kulturverein, Viehzuchtvereine, Imkerverein und weitere.

Ein Grund für das vorhandene Dorfleben ist die Abwesenheit von Zweitwohnsitzen. Das oberste Ziel ist die Vermietung von Zimmern, in denen Menschen gerne ihren verdienten Urlaub verbringen. Jeder Gast soll sich wohl fühlen, Spaß haben, und das positive Gefühl aus dem Urlaub zu Hause weiterverbreiten. Nur so kann Tourismus in Ischgl funktionieren.

Laufende Investitionen

Damit sich die Gäste wohl fühlen, wird laufend investiert. Neubau, Umbau, Ausbau stehen an der Tagesordnung. Die Seilbahn schreitet dabei mit gutem Beispiel voran. So werden vorhandene Zimmer regelmäßig erneuert oder das Haus nach oben, unten oder zu den Seiten erweitert. Ställe und Privatwohnungen werden aus dem Zentrum an den Ortsrand oder die Weiler verlegt, um den Gästen die beste Lage zu ermöglichen.

Die Zusammenarbeit der Menschen, egal ob auf den Baustellen, in den Tourismusbetrieben, in der Land- und Forstwirtschaft oder in den Vereinen macht dieses Dorf zu so einem Powerhaus im Tourismus. Und davon profitieren die Gäste und Bewohner gleichermaßen.

Einmal Ischgl, immer Ischgl

Im Ausgleich bekommen Ischgler Gäste eine sehr lange Saison, eine Vielzahl an Veranstaltungen, ein modernes Seilbahnunternehmen, großartige Unterkünfte, bestes Essen, lange Partynächte, wunderschöne Bergerlebnisse, viel Action und Romantik und natürlich Bewegung für die ganze Familie. Dabei geht es grundsätzlich in jeder Unterkunft sehr familiär zu, was eine zusätzliche Bindung zwischen den Ischglern und ihren Gästen ermöglicht. Viele Gäste kommen daher immer und immer wieder, haben alle Jahre ihre Tische in Restaurants oder Aprés Ski Lokalen vorreserviert und buchen ihren Skikurs via Whatsapp direkt beim Skilehrer.

Diese Stammgäste teilen mit der Ischgler Bevölkerung die Liebe zum Wintersport, dem Skiort und seinen Facetten und den Menschen, die sich in Ischgl aufhalten. Diese Gäste haben im Übrigen ein ganz eigenes Motto: „Einmal Ischgl, immer Ischgl.“

Tradition

Ein traditionelles Maibaumaufstellen gibt es in Ischgl nicht, dafür hat das Saisonsende bereits Tradition, bei dem zwischen den tausenden Gästen der ganze Ort gemeinsam das Finale feiert. Die Saison wird mit einem gemeinsamen Tusch beendet, auf den eine Zeit des Durchatmens folgt, das ist die Zeit, in der die Ischgler wirklich entspannen, einen Augenblick lang.

Ischgl ist konservativ und religiös. Das Paznaun wird von unzähligen Kapellen gepflastert, der Glaube hat die Menschen in den kargen Jahren durchhalten lassen. Auch in den fetten Jahren, die wir erleben dürfen, bleiben wir am Boden und die Ischgler dem Glauben treu.

Zu Ischgl gehören auch die vielen helfenden Hände, die hier in den Saisonen arbeiten. Egal ob hinter der Schank oder davor, im Taxi oder an der Kassa, in den Wellnessbereichen oder den Küchen, auf dem Berg oder im Tal. Viele Menschen kommen aus aller Welt „auf Ischgl“, um hier zu arbeiten und sich und anderen eine Freude zu machen.

Entspannen können in Ischgl nur wenige, ein Traum ist es trotzdem.

 

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Josef Sonderegger

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