Mogasi, Interview, Markus Kogler, Kogs

Markus „Kogs“ Kogler ist ein wahrer Tausendsassa auf Ski, vor allem auf den breiten Ski. Für das Mogasi Magazin hat der Open Faces Veranstalter Fragen über die Freeride World Tour und das Freeriden beantwortet.

Mogasi: Der Wildseeloder in Fieberbrunn ist dank der FWT das bekannteste Face Tirols. Was macht das Face so besonders?

Kogs: Die Steilheit mit bis zu 60° im oberen Bereich gekoppelt mit dem spielerischen unteren Teil macht den Loder zu einem perfekten Playground der Rider aus aller Welt.

Mogasi: Wie sieht der perfekte Contest Hang aus bzw. sind die Tourstopps der FWT allesamt perfekt?

Kogs: Sie sind eigentlich alle verschieden….. das macht es wohl auch aus. Steilheit des „Bac de rosses“, Haines mit dem einzigartigen Schnee von Alaska, Grand Valira mit eher spielerischen Faces und Chamonix auch mit tollen hochalpinen Faces. In den nächsten Jahren wird die World Tour auch noch nach Japan oder China gehen.

Freeride World Tour, FWT, Mogasi
Foto: D. Daher / freerideworldtour.com

Mogasi: Wenn du den Athleten zusiehst, wie sie ein Face fahren, wie oft juckt es dich, selbst zu fahren?

Kogs: Ach ja, bei guten Verhältnissen juckt es schon ein wenig in den Zehenspitzen. Aber als Head of Security hat man ja das Privileg, das Face als Erster und unverspurt vor sich zu haben. Leider kann ich es beim Facecheck nicht genießen, da ich Landungen und Rinnen immer auf Schneemenge und Qualität testen muss. Dies gebe ich dann beim Riders Meeting den Fahrern weiter und kläre sie genau über die Verhältnisse auf, die sie im Face vorfinden.

Mogasi: Sicherheit ist natürlich ein großes Thema. Zum einen finden die Bewerbe in felsversetzem und steilem Gelände statt. Wind und Wetter ändern sich in den Bergen ständig. Lawinengefahr ist im Gelände immer zu beachten. Was wird bei den FWT und FWQ Bewerben unternommen, um sichere Bewerbe durchzuführen?

Kogs: Sicherheit ist bei all meinen Events das Wichtigste. Wir haben für alle Contests ein umfangreiches Sicherheitskonzept, das wir penibel durcharbeiten! Von der Beurteilung der Lawinengefahr bis hin zur Positionierung von Bergrettern und Notärzten. Die verteilen wir strategisch im Face, dass die Wege so kurz wie möglich sind. Für die Lawinensicherheit arbeiten wir mit Sprengungen und mit dem sogenannten “Skicutting”, wo wir Einzelne Rinnen von oben durch rutschen um etwaige Schwachschichten im vorhinein auszulösen.

Sicherheitsbesprechung, Markus Kogler, Kogs, MogasiMogasi: Nicht immer kann an einem Bewerbstag der wundervollste PowPow liegen. Von Firn bis Bruchharsch hin zu windgepressten “Pisten”. Oftmals muss kurzfristig auf andere Faces ausgewichen werden, wie flexibel muss man da in der Organisation sein und vor allem wie viel Stress nehmen die Veranstalter auf sich?

Kogs: Ja gerade in den letzten beiden Wintern werden unsere Nerven schon ziemlich auf die Probe gestellt. Aber auch hier steht für uns die Sicherheit an oberster Stelle und vor wir nicht ganz sicher sind, verschieben bzw. canceln wir einen Event lieber.

Mogasi: Wie viele Helfer werden für diese Events benötigt?

Kogs: Es sind immer um die 10 Bergretter plus 2 Notärzte im Hang verteilt, dann haben wir noch die sogenannten „Ski dudes“, die den gestürzten ihre Materialien zurück bringen.

Mogasi: Freeride-Bewerbe werden mit einer Jury bewertet. Wie objektiv kann man als Judge eine Fahrt bewerten. Wie sieht die Punktevergabe aus?

Kogs: Wir versuchen so objektiv wie möglich zu sein. Es sind immer 3 Judges pro Kategorie, wobei wir immer mit zwei Panels arbeiten. Das heisst eine für SB und eine für Ski. Es gibt 100 Punkte zu erreichen und bewertet werden Flüssigkeit, Technik, Linienwahl, Air and Style und die Agressivität.

Mogasi: Kann es passieren, dass Freeride Events mit neuen Generationen an Freeridern zu einem “Spin to Win Event” werden können?

Kogs: Nein, das sieht man auch auf den einfachen Faces. Es gewinnt der Rider der alle Skills mitbringt: Skitechnik, Freestyle und Big Mountain Skills, das mit dem Berg spielen.

Mogasi: Österreich hat mit Lorraine Huber, Manuela Mandl, Nadine Wallner, Eva Walkner, Thomas Feuerstein, Fabio Studer, Gigi Rüf und Stefan Häusl einige Topathleten, aber wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Kogs: Ja da sieht es gut aus! Jungs wie Tao Kraibich können schon mit den internationalen Stars mithalten. Ich bin ganz guter Dinge für die Zukunft. Speziell aus den Juniors kommen immer bessere Athleten hervor.

Mogasi: Gibt es Strukturen ähnlich zu den Alpinen?

Kogs: Wir versuchen seit heuer mit unseren Open Faces squads Junior Teams aufzubauen und sind da in verschiedensten Gebieten auch schon recht erfolgreich unterwegs.

Mogasi: Was würdest du einem jungen Skifahrer/Snowboarder raten, der es einmal in die Freeride World Tour schaffen will?

Kogs: Open Faces Contests fahren…. 😉

Mogasi: Dank der TirolS-Bahn konnte Fieberbrunn bei den Nächtigungen und der Wertschöpfung stark zulegen. Wie weit ist die FWT Tour ein Tourismusmotor für die Region?

Kogs: Vor allem die internationale Bekanntheit ist durch die FWT gewachsen.


Markus Kogler, aus Fieberbrunn ist Freeride Experte, Open Faces Veranstalter, Ausbildungsleiter ÖSSV Alpinkurs, Berg- und Skiführer, Gerichtssachverständiger, Bergretter und Head of Security beim FWT Tourstopp in Österreich.

Die Freeride World Tour in Fieberbrunn findet zwischen dem 09. und 15. März statt. Weitere Freeride Events in Österreich sind die Freeride Junior World Championship in Kappl und einige Open Faces Contests verschiedener Kategorien.

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